|
Seltene und
gefährdete Pflanzenarten und Biotoptypen
sind integraler Bestandteil unseres
nationalen Naturerbes. Eine fortlaufende
Beobachtung ihres Erhaltungszustandes und
das Verständnis von Mechanismen, die zur
Veränderung von Artenvorkommen und Habitaten
führen, sind Grundvoraussetzung für die
Effektivität von Schutzmaßnahmen.
Das Projekt soll die Präzision der Bewertung
von Phytodiversität auf Landschaftsebene
erhöhen. Für die großflächig
naturschutzrelevanten Lebensräume Wald und
Grünland wird hierbei ein überregional
einsetzbares Monitoring-Werkzeug entwickelt,
mit dem Zentren der Phytodiversität und des
erhöhten Vorkommens seltener und gefährdeter
Pflanzenarten und Biotoptypen sowie
naturnahe Waldgebiete großräumig
identifiziert und Diversitätsveränderungen
erkannt werden.
Anhand eines umfassenden, überregionalen
floristischen Datensatzes wird in
Kombination mit Landschaftsinformationen ein
abgestuftes Bewertungssystem von
Indikatorartengruppen für (a)
Phytodiversität und (b) Naturnähe (Hemerobie)
entwickelt. Dieses Vorgehen reicht zum
einen über die Bewertung von Lebensräumen
auf Grundlage des Vorkommens einzelner
Flaggschiff-Arten oder eines punktuellen
Monitorings hinaus. Zum anderen finden die
Bewirtschaftungssysteme sowie weitere
Umweltfaktoren, die die Lebensräume von
Pflanzen prägen, direkt Berücksichtigung.
Dabei kann erstmals eine großräumige
Kausalanalyse von Entwicklungstendenzen
wichtiger Indikatorarten (seltene und
gefährdete Arten, Störungszeiger) auf
geostatistischer Grundlage vorgenommen
werden.
|